Kommunikation ist der Anfang aller Missverständnisse. In der Regel versteht man nicht, was der Andere sagt und in der Regel bemerkt man das nicht. Beim Karate ist das schwieriger: In der Regel versteht man nicht was der Sensei sagt, aber je intensiver man Karate betreibt, umso schneller bemerkt man, dass man ihn nicht versteht.

Das liegt nicht daran, was er sagt und auch nicht daran, wie er es sagt, sondern daran, dass es nicht wirklich möglich ist, Bewegungen so zu beschreiben, dass man sie danach ausführen könnte. Beim Karate liegt hinter jeder Bewegung eine Absicht.

Schwierig: Auch wenn man als Karateka Schwierigkeiten hat, diese Absicht zu verstehen und somit, sie zu ergreifen, hat selbst der Laie keine Probleme zu sehen, ob eine Bewegung mit der passenden Absicht ausgeführt wurde – oder eben nicht.

Meistens hat der Karateka keine Zeit um zum Training zu gehen. Karate ist, es dennoch zu tun.

Karate ist kein Sport, Karate ist eine Kunst. Auf die Dauer braucht der Karateka aber auch einen sportlichen Ausgleich, neudeutsch: Fitness. Der Karateausübende sollte früher oder später Ausdauertraining und spezielles Muskeltraining ausüben, wenn er seinen Körper nicht zerstören will.

Schmerzen gehören zum Karate. Aber es sind nicht die Schmerzen, von denen man annimmt, dass sie einen Treffen, wenn man an Karate denkt. Es sind die Schmerzen, die man sich selbst bereitet, indem man Karate übt. Immer und immer wieder.

Die Schmerzen vergehen nicht, man lernt nur, mit ihnen umzugehen.

Am Anfang war das Wort. Doch wer hat es verstanden? Erst nach jahrewährendem Training beginnen die Worte Sinn zu entfalten, Körper und Geist eine Einheit zu werden.

Die meisten geben vorher auf.

Den Körper zu beherrschen und dazu zu bringen, Stellungen/Formen anzunehmen, die er von sich aus nicht annehmen würde, ist ein wichtiger Bestandteil von Karate. Dabei geht es im Kern nicht um die Form, obgleich sie der Gradmesser der eigenen Entwicklung ist. Wichtiger als die Form ist die Bildung, die man dem Körper angedeihen lässt. Das ist eine der wesentlichen Säulen von Karate. Darum werden die Formen tausende male geübt, bis man beginnt, sie zu verstehen.

Danach beginnt das eigentliche Training.

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Karate, wie ander asiatische Kampfkunstarten auch, ist ein Weg zur Charakterbildung. Das haben viele schon gehört. Der Weg geht aber weitaus weiter, die Charakterbildung ist weitaus umfassender, als das der Anfänger nur träumen kann.

Ich habe den Eindruck, dass die meisten Hobbykaratekas die Kampfkunst gerade in dem Moment verlassen, wenn die Charakterbildung beginnt. Denn Charakterbildung ist in der Regel schmerzhaft. Ich meine damit keine körperlichen Schmerzen.

Der erste Schritt, um den Charakterbildungsprozess zur Wirkung kommen zu lassen ist, weiter zu machen, sobald er beginnt. Man muss eine Entscheidung treffen. Jeder, der Karate betreibt, steht wenigstens einmal vor dieser Entscheidung. Das erste mal ist es am schwierigsten.

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Karatemeister kennen eine Menge Geheimnisse. Nicht-Karateleute glauben dabei an Wunderkräfte. Und obwohl die einen etwas völlig anderes machen als die anderen meinen, liegen die anderen nicht wirklich falsch. Bei Karate geht es um Millimeterarbeit. Eines der Ziele ist, den nächsten Millimeter zu erreichen. Es wirklich zu schaffen, das ist ein Mysterium.

Den Weg zu finden, das ist das Geheimnis.

Der Körper des Menschen ist eine einzige Katastrophe. Früher dachte ich, ich müsse im Einklang mit ihm leben. Das hat sich als falsch herausgestellt. Er lebt nämlich auch nicht im Einklang mit mir. Was für ihn gesund ist, will er nicht, dafür aber alles was ihm schadet.

Die einzige Möglichkeit, sich diesen Kadaver gefügig zu machen ist, Abstand von ihm und seinen Schmerzen zu nehmen und ihn zu zwingen, dem Geist Untertan zu werden. Das Problem ist eben, dass der Körper keinen Verstand hat. Das darf man bei der Disziplinierung der Bioschale des eigenen Ichs nie vergessen!

zum Training zu gehen. Das ist nicht nur der Weg zum Karate, das gehört auch zum Weg des Karate. Zum Training gehen, auch wenn man gar keine Lust hat, wenn man müde ist, abgespannt und völlig erschöpft, wenn es schneit, der Weg weit oder hart ist.